Computacenter migriert Serverinfrastruktur auf
Open Source
Kerpen, 05. September 2005. Rechtzeitig zum Wahltermin
am 18. September 2005 ist die Migration der Serverinfrastruktur
des Deutschen Bundestags auf Linux abgeschlossen. Computacenter
hat im Rahmen des Projektes rund 100 Datei- und Diensteserver
auf das neue Betriebssystem umgestellt. Als Generalunternehmer
war der Dienstleister für IT-Infrastrukturen verantwortlich
für Konzeption, Test, Pilotierung sowie Rollout
und wird künftig auch den Deutschen Bundestag beim
Betrieb seiner Infrastruktur unterstützen.
2001 hatte der Bundestag begonnen, Ersatzmöglichkeiten
für seine NT-basierte Infrastruktur zu evaluieren.
Als Serverbetriebssystem entschied sich die verantwortliche
Kommission für den Einsatz von Linux, um alternative
Open-Source-Anwendungen auch in anderen Bereichen wie
Systemmanagement, Backup und Datenbankapplikationen
einführen zu können. Die Clients sollten mit
Microsoft Windows XP ausgestattet werden. Im Frühjahr
2003 wurde Computacenter nach einer europaweiten öffentlichen
Ausschreibung mit der Durchführung des Projekts
beauftragt.
Enge Kooperation mit Linux-Entwicklern
„Die Migration der Serverinfrastruktur auf Linux
bzw. Samba ist in dieser Größenordnung und
Komplexität bislang einzigartig“, erklärt
Dr. Carsten Jürgens, Leiter Geschäftsfeldentwicklung
Öffentliche Auftraggeber bei Computacenter. Der
Dienstleister baute daher auf eine enge Zusammenarbeit
mit Entwicklern aus der Open-Source-Gemeinde, um schnell
auf unvorhergesehene Herausforderungen reagieren zu
können. „Auf Basis der Erfahrungen bei der
Implementierung von Linux in einer Architektur dieser
Größenordnung wurden wichtige Teile der Open-Source-Software
Samba ergänzt und umgeschrieben“, verdeutlicht
Jürgens die Pionierarbeit.
Ein wichtiger Meilenstein des Projektes war der neue
Verzeichnisdienst, den Computacenter auf Basis von OpenLDAP
aufbaute. Damit besitzt der Bundestag die Voraussetzung,
neben der allgemeinen Benutzerverwaltung auch den Zugriff
auf die Anwendungen zentral über den Verzeichnisdienst
zu steuern. Eine Herausforderung war dabei die schiere
Größe des Verzeichnisdienstes, der über
5.000 Anwender und mehr als 10.000 Benutzerkonten umfasst.
Das ist damit eine der bislang größten OpenLDAP-Installationen
weltweit.
In dem Wissen, dass das Projekt an verschiedenen Stellen
Neuland betreten würde, wurde von Anfang an Wert
darauf gelegt, dass zu jedem Zeitpunkt die alte Infrastruktur
als Backup verfügbar war. Dieses vorausschauende
Krisenmanagement zahlte sich im Herbst 2004 aus, als
nach der Umstellung auf den Verzeichnisdienst der Anmeldedienst
ausfiel. Innerhalb kürzester Zeit konnte die alte
Umgebung wiederhergestellt werden. Nach umfangreichen
Tests wurde das Problem behoben und die Migration reibungslos
fortgesetzt.
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